Traviata / Staatsoper Hamburg

Traviata / Staatsoper Hamburg

Traviata / Staatsoper Hamburg

“Rollendebutantin Christina Poulitsi schenkte dem Publikum auch alleine viele Gänsehaut- oder Tränenmomente. Sie zieht das Publikum vom ersten Moment an in ihren Bann, nicht alleine durch ihre sehr aparte Erscheinung, sondern weil es ihr gelingt, die Violetta für die Dauer der Aufführung zu einem Teil ihrer Persönlichkeit zu machen und nicht umgekehrt. Sie gehört zu jenen, denen diese Rolle von Anfang an auf den Leib geschneidert zu sein scheint. Anfangs kokettiert sie mit Alfredo, wie sie es auch mit den anderen tut. Dann aber wenn dieser in Erwartung auf das nächste Treffen gegangen ist und sie ihr „È strano” beginnt, ändert sie sich sichtlich und hörbar. Sie hadert, sie schwelgt, sie hofft. Als der alte Germont von ihr verlangt, Alfredo zu verlassen, leidet und kämpft sie. Wenn Alfredo sie fast vergewaltigt, erträgt sie es und immer bis zum letzten Atemzug, liebt sie.

Sie ist eine Frau der kleinen, intensiven Gesten und der großen, klaren Töne. Nicht nur die Spitzentöne von „Sempre libera degg’io”meistert sie mit Leichtigkeit und Präzision. Doch sie scheut sich auch nicht, Töne zu weinen oder zu schreien. Beinahe spielerisch gelingt es ihr, brillante Technik und emotionale Authentizität zu vereinen.
Das Publikum dankte ihr diese Leistung mit Ergriffenheit, die schnell in begeistertes Klatschen, Pfeifen, Rufen überging. Auch ihre Kollegen wurden verdient und anhaltend in den Applaus mit einbezogen”